Das Nachtleben in der Großstadt Berlin
In Berlin gibt es keine Sperrstunde und über 12 000 gastronomische Einrichtungen. Man könnte es sich also wahrlich zur Lebensaufgabe machen, 24 Stunden am Tag auf die Piste zu gehen, in jedem Alter und mit welchen Ansprüchen und Vorlieben auch immer. Ein Leben wie Bacchus in Spree-Athen könnte darum wie folgt aussehen: Morgens um 8 Uhr beim Chill-Out im Trend-Café der vergangenen Nacht Adieu sagen, danach in einem zweiten Café bis mittags frühstücken gehen.
Anschließend ein Wechsel in Kneipe und Biergarten, danach ein gepflegtes Restaurant und hinterher bis weit nach Mitternacht ein nettes Lokal, denn das Nachtleben beginnt in der Regel sehr spät. Im Morgengrauen, nach Club oder Disco, zunächst ein Absacker in einer ruhigeren Bar, und ab morgens um 8 Uhr beim Chill-Out im Trend-Café der vergangenen Nacht Adieu sagen, dann in einem zweiten Café bis mittags frühstücken gehen …
Die trendy locations und “VIPstations” wechseln ebenso oft, wie das Nachtleben schnelllebig ist. Allgemein lassen sich jedoch, sofern man Klischees bemühen möchte – es es steckt in jedem Klischee ein Körnchen Wahrheit – einige typische Ausgeh-Viertel voneinander unterscheiden:
In Mitte, dem nach der Wiedervereinigung kurzzeitig “Wilden Osten”, wo in Läden, Kellern und Bunkern eine kreative, schillernde Club-Gemeinde rauschende Partys feierte und wo “Tresor” und “E-Werk” den Ruf Berlins als World-Techno Capital begründeten, hat sich inzwischen eine kunterbunte Gesellschaft von groovenden Szene-VIPs, Hipsters, Kultis, Yuppies, Studis und Touristen etabliert. Viele der Top-Adressen befinden sich im Bermudadreieck zwischen Oranienburger Straße, Hackescher Markt und Rosa-Luxemburg-Straße: sehr touristisch die Oranienburger, auch bei den Berlinern angesagt die Hackeschen Höfe, und in den kleineren Straßen und Höfen jede Menge Interessantes zu entdecken. Insgesamt wurden in diesem schnell durchschrittenen Areal Anfang des 3. Jahrtausends rund 140 Gaststätten mit knapp 7000 Sitzplätzen gezählt, womit inzwischen fast jeder Einwohner der Spandauer Vorstadt (ca. 7300) seinen eigenen Thekenplatz hat. Rund um die Gedächtniskirche: überwiegend gehoben touristisch. In Kreuzberg pflegt man im Multikultikiez zwischen Oranienplatz und Schlesischem Tor trashigen Outlaw-Charme.

